La Vecchia im Interview: „Wir haben etwas Außergewöhnliches geschaffen“

La Vecchia im Interview: „Wir haben etwas Außergewöhnliches geschaffen“

Alle

Interview mit Nunzio La Vecchia, CEO und Entwicklungschef der neuen QUANT e-Sportlimousine mit nanoFlowcell® Antrieb.

 

Es bereitet ganz einfach große Freude, durch den richtigen Dreh am winzigen Detail der nano-Technologie, das große Rad der Energietechnik ein Stück weiter voran zu treiben„.
(Nunzio La Vecchia, Januar 2014)

 

Frage: Wie kommen Sie zur Technologie der nanoFlowcell®?

Nunzio La Vecchia: Durch harte Arbeit und dem ständigen Antrieb, neue Grenzen zu überschreiten. Häufig haben wir im Labor die Lichter erst tief in der Nacht ausgemacht. Mein Institut für Simulationstechnik, das nanoFlowcell DigiLab in Zürich, arbeitete über Jahre an Aufträgen, die sich mit den Quantenstrukturen zum Ladungstransport beschäftigten. Immer wieder kam es nach konsequenter Arbeit am Thema zu sehenswerten, teils überraschenden Fortschritten. Und am Ende lag die Lösung auf der Hand: Wenn es uns gelingt, die Mechanismen der Quantenphysik in der 3D Simulation in die richtige Richtung zu entwickeln, dann könnte am Ende die Physik unseren Vorlagen folgen. Und genau das ist geschehen. Wir haben mit der nanoFlowcell® ein neues, energetisches Grundkonzept entwickelt, das sowohl für die Automobil-Industrie als auch für andere Bereiche der Energietechnik in den kommenden Jahren höchst interessant wird. Damit haben wir etwas Außergewöhnliches geschaffen.

Frage: Dieser Weg entspricht nicht den klassischen Lösungspfaden der Wissenschaft, oder?

Nunzio La Vecchia: Keinesfalls. Der Anfang ist immer gleich, da postuliert man die mathematische Definition der Forderung und schaut dann, wie sich die Ergebnisse der Experimentalphysik und -chemie in diesem Zusammenhang ergeben. Die Simulation spielt dabei allenfalls eine Rolle als stützender Begleiter. In unserem Fall freilich war ihr Einsatz richtungweisend.

Frage: Ist die QUANT e-Sportlimousine Ihr erstes Automodell?

Nunzio La Vecchia: Wenn man von früheren Skizzen eines Concept Cars einmal absieht, ist die QUANT e-Sportlimousine ein völlig neues Fahrzeug. Eine komplette Neuentwicklung mit anspruchsvollen, neuen technischen Details wie auch außergewöhnlichen Design-Elementen. Es handelt sich um den weltweit ersten mit nanoFlowcell® ausgestatteten Prototypen einer e-Sportlimousine. Bereits von der ersten Idee an ist es als fahrbarer Erprobungsträger geplant und realisiert worden.

Frage: Wird es weitere Prototypen geben?

Nunzio La Vecchia: Wir haben die Herstellung von vier weiteren fahrbereiten Modellen bereits für das Jahr 2014 geplant.

Frage: Werden Sie dem ersten Prototypen alle Funktionsweisen für den Straßenverkehr beibringen können?

Nunzio La Vecchia: Keinesfalls können wir das ganz alleine schaffen. Wir verfügen hier über sehr starke Partner, die alle ein enormes Know-how auf ihrem jeweiligen Fachgebiet vorweisen können. Ich verweise hier nur auf die Bosch Engineering GmbH, die sich in enger Zusammenarbeit mit uns um die Auslegung der Fahrzeugelektronik und deren Perfektionierung in hohem Maße verdient macht. Unsere Firma, die nanoFlowcell AG in Vaduz, wird sich weiter sehr intensiv mit den Entwicklungsaufträgen und der Homologation des neuen QUANT mit nanoFlowcell® beschäftigen.

Frage: Wie genau sieht die Partnerschaft mit der Bosch Engineering GmbH aus?

Nunzio La Vecchia: Gemeinsam mit unserem Dienstleistungspartner Bosch Engineering GmbH wollen wir in den nächsten Monaten und Jahren die Entwicklung und die Homologation international vorantreiben. Die Überführung eines ersten Prototypen mit nanoFlowcell® Antrieb in ein serienmäßiges Fahrzeug, das weltweit eingesetzt werden kann, ist eine große Herausforderung. Und wir sind uns sehr sicher, dass uns dies mit diesem etablierten und erfahrenen Partner gelingen wird.

Frage: Ihre Erläuterungen zur Funktionsweise des Systems legen die Details der Arbeitsweise nicht in allen Details offen?

Nunzio La Vecchia: Korrekt. Und das geschieht vorläufig mit voller Absicht. Dieses diskrete Vorgehen ist ganz einfach in der komplexen Situation der patentrechtlichen Absicherung begründet: Solange wir die Patente festgeschrieben haben, aber noch nicht formvollendet weltweit abgesichert sind, müssen wir die exakte Funktion schützen. Das System der nanoFlowcell® selbst ist aber zu einer hohen Perfektion gekommen, wie unsere bisherigen Tests ergeben haben. Wir möchten nur, abgesehen von diesem Punkt, die weiteren Details bedeckt halten. Das wird dem System selbst viel mehr helfen als eine allzu kecke Erläuterung im Detail. Wer noch sehr jung ist, der kann guten Schutz vor der Öffentlichkeit immer gebrauchen, das ist bei einem neuen Akkusystem genau so wie bei einem Baby.

Frage: Können Sie die Vorzüge Ihres Systems in wenigen Worten beschreiben?

Nunzio La Vecchia: Die Energiedichte der nanoFlowcell® ist mit 600 W/Kilogramm oder Liter im System höher als bei allen vergleichbaren Systemen. Derzeit gilt der Faktor fünf, um den Vorsprung zu definieren. Das heißt, mit unserem System kann man fünf Mal so weit fahren wie mit herkömmlichen Akku-Systemen. Dabei sind die modernsten Lithium-Ionen-Batterien eingeschlossen. Zudem ist das System sehr betriebssicher und umweltfreundlich. Vor allem: Es gibt fast keine bewegten Teile, wenig Abwärme und dadurch einen Wirkungsgrad von über 80 Prozent. Das gab es in dieser Form noch nie.

Frage: Passt so ein System in die automobile Landschaft von heute?

Nunzio La Vecchia: Es werden weitreichende Modifikationen notwendig sein, genau wie sich alle gut gemachten Elektrofahrzeuge von den konventionellen Autos stark unterscheiden. Schließlich geht es darum, für eine Reichweite von 600 Kilometern bis zu 400 Kilogramm Elektrolyt an Bord zu haben. Das ist bei einem normalen Auto nicht vorgesehen. Deren Tankvolumen kommt mit einem Viertel dieser Menge aus, dafür wiegt der Antrieb mindestens 300 Kilogramm und benötigt etwa einen Kubikmeter an Raum. Sie sehen: Auch das Package steht Kopf, sobald es um die nanoFlowcell® geht.

Frage: Ist das einzige herausragende Attribut der QUANT e-Sportlimousine der große Tank?

Nunzio La Vecchia: Keinesfalls. Die QUANT e-Sportlimousine ist ein ganz faszinierender Sportwagen geworden, dessen Charme zur ungewöhnlichen Lösung aus allen Knopflöchern – pardon, besser: Karosseriespalten – strahlt. Es ist ein Viersitzer mit doppelten Flügeltüren, der auch hinten ein vernünftiges Platzangebot besitzt. Das Styling und die Finessen des Designs sind in allen Details außergewöhnlich. Das geht bis hin zu hochgradig funktionalen Touch-Controls unter Holzfurnier. Wir haben hier die Liebe zum Detail sehr weit ausgelebt – ja beinahe „ausgetobt“, so müsste ich sagen.

Frage: Planen Sie eine Serienfertigung?

Nunzio La Vecchia: In Zukunft vielleicht. Vorläufig haben wir sehr weitreichende Aufgaben am Funktions-Schliff der gesamten Systeme zu erledigen. Die QUANT e-Sportlimousine dient dem Fortschritt der nanoFlowcell® Technologie. Ähnlich wie eine Art Luftkissen oder ein Paar Rollschuhe, um auf dem Weg in die Zukunft geschmeidiger und schneller voranzukommen. Damit kann sich die komplette Technologie besser weiterentwickeln als zwischen Labor und Versuchsfeld. Wir wollen mit unserer Firma und unseren Projekten den Weg für weitere Ansätze zu ungewöhnlichen, technischen wie wissenschaftlichen Lösungen ebnen. Wir wollen bei der Realisierung zukunftsträchtiger Energietechniken behilflich sein und dem Fortschritt in Form der Entwicklung der nanoFlowcell® weiter die Bahn brechen. Ganz nebenbei: Ich kann mir aktuell keine schönere oder interessantere Aufgabe vorstellen.

 

Nunzio La Vecchia ist Beisitzer im Aufsichtsrat der nanoFlowcell AG, gleichzeitig Vordenker und leitender Kopf für das System der nanoFlowcell®. Deren fortschrittliche Funktionsweise basiert auf Überlegungen und Versuchsreihen, die Nunzio La Vecchia in seiner früheren Tätigkeit der naturwissenschaftlichen Forschung ausgeführt hat. Auch das Design der aktuellen QUANT e-Sportlimousine mit ihren vielen revolutionären Details hat Nunzio La Vecchia nachhaltig beeinflusst.

04.03.2014
04.03.2014
Kontakt
nanoFlowcell Management AG
Böndlerstrasse 10
CH-8802 Kilchberg