25 Jahre Forschung & Entwicklung

Vieles hat sich verändert, seit Nunzio La Vecchia im Jahr 1996 sein unabhängiges Forschungs- und Entwicklungsunternehmen gegründet hat, das heute als nanoFlowcell Holdings plc (NFC) firmiert. Unverändert aber ist das Innovationsdenken des Schweizer F&E Unternehmens, mit der das Team um La Vecchia mehrere weltverändernde Technologien hervorgebracht hat. In diesem Interview sprechen wir mit Nunzio La Vecchia, CEO und CTO der nanoFlowcell Holdings plc, über die Highlights, Herausforderungen und Meilensteine seiner Wissenschaftskarriere und was das 25jährige Jubiläum für ihn bedeutet.

Bereits kurz nach Abschluss seines Privatstudiums der Quantenmechanik und Quantenphysik gründete Nunzio La Vecchia seine erste Forschungs- und Entwicklungsfirma Juno Technologies – die Vorgängerfirma der nanoFlowcell Holdings plc. La Vecchia verfolgt seit je her eine konsequente Innovationsstrategie: Fokussierung auf einige wenige Kerntechnologien, die jedoch in einem breiten Anwendungsspektrum integriert werden können. In diesem Interview gibt Nunzio La Vecchia Einblicke, wie er die nanoFlowcell Holdings zu einem weltweit führenden Forschungs- und Entwicklungsunternehmen für Flusszellen-Energietechnik gemacht hat und was wir zukünftig noch alles von ihm erwarten können.

Was bedeutet das 25-jährige Jubiläum für Sie?

Ich bin stolz darauf, CEO eines derart innovativen Unternehmens wie der nanoFlowcell Holdings plc zu sein. In Retroperspektive zeigt sich, dass ich einiges richtig gemacht habe, als ich vor 25 Jahren den Entschluss fasste, meine wissenschaftliche Forschung in die Unabhängigkeit zu führen und die Juno Technology Products AG zu gründen – die Vorgängergesellschaft der NFC. Aus bescheidenen Anfängen auf engstem Raum haben wir uns in relativ kurzer Zeit zu einem weltweit führenden Forschungs- und Entwicklungsunternehmen entwickelt.

Der Fortschritt unseres Unternehmens zeigt sich am deutlichsten an den Entwicklungsphasen unserer nanoFlowcell® Flusszellen-Technologie und ihren Anwendungen. Als ich mit meiner Forschung begann, war ich auf mich allein gestellt. Heute habe ich Zugriff auf ein riesiges Netzwerk von Forschungs- und Engineering-Ressourcen, das unsere Projekte – wie die Entwicklung unserer QUANT EV-Modelle – unterstützt. Die Erfahrung und die Möglichkeiten, die sich hieraus ergeben haben, waren sensationell. Ich habe mit herausragenden Menschen aus der ganzen Welt zusammengearbeitet und dabei viele Impulse für eigenen Projekte erhalten; der Austausch mit gleichgesinnten Entwicklern sowie die Zusammenarbeit mit brillanten Wissenschaftlern und Ingenieuren ist unglaublich inspirierend für mich und hat sicherlich Einfluss auf das Schaffen unseres Unternehmens.

Ich finde es spannend und herausfordernd für so unterschiedliche Industrien und Branchen zu arbeiten, wie wir dies derzeit tun. Ich habe mit der Entwicklung von Solartechnologien begonnen und hätte damals nie gedacht, dass ich einmal ein Unternehmen leiten werde, dessen Energietechnologien und -anwendungen, das Produktdenken ganzer Industrien verändern wird. Mein Unternehmen hat nicht nur eine revolutionäre Innovation hervorgebracht, sondern eine ökologisch nachhaltige, saubere und sichere Energietechnologie entwickelt, die unsere Umwelt nicht belastet, das Leben vieler Menschen positiv verändert und die Existenzgrundlage einer modernen Industriegesellschaft sichert – eine solche existentielle Aufgabe birgt eine große Motivation für mich und mein Team.

"Die größte Herausforderung für eine Innovationen ist es, Menschen davon zu überzeugen, deren impliziten Veränderungen mitzutragen."

Was ist das Geheimnis bei der Entwicklung von innovativen Technologien wie der nanoFlowcell® Flusszellen-Technologie?

Nun, … es gibt kein Geheimnis. Innovationen brauchen lediglich ein affines Umfeld, freies Denken, und Fokus. Man muss seine Resultate ständig in Frage stellen, anstatt sich an Erreichtem zu klammern; Neues ausprobieren und mit vermeintlich absoluten Erkenntnissen brechen. So einfach wie das klingt, umso schwieriger ist es. Ich beschäftige mich bereits mein ganzes Leben lang mit fortschrittlichen Energietechnologien. Nun bin ich nicht der Einzige auf der Welt, der das tut, und es gibt kluge Leute da draußen, die das Gleiche wie ich hätten tun können. Was habe ich anders gemacht? Vielleicht ist es meine Entschlossenheit Neues zu entdecken, meine unvoreingenommene Sichtweise bezüglich wissenschaftlicher Erkenntnis und der Mut, gegen den Strom zu schwimmen – auch auf die Gefahr hin, für verrückt gehalten zu werden. Ich stellte mich gegen den wissenschaftlichen Mainstream und vertraute auf das, was ich für richtig hielt.

Mein Erfolg beruht auf Vertrauen – professionellem Selbstvertrauen und dem Vertrauen in die Kompetenz meines Teams – harter, engagierter Arbeit, dem rastlosen Streben nach Perfektion … und einem kleinen Quäntchen Glück. Eine Innovation hervorzubringen ist nicht selbstverständlich, und wenn diese Innovation sich disruptiv zu anderen Technologien verhält, hat man plötzlich ganz neue Herausforderungen zu bewältigen. Denn Innovationsmanagement bezieht sich nicht nur auf die reine Technologie; neben dem eigentlichen Produkt geht es vor allem um dessen Vertrieb und die damit verbundenen Services: Wie verkauft man eine Technologie, mit der Hersteller keine Erfahrungswerte haben? Wie überzeugt man einen Hersteller eine wichtige technische Kernkomponente zu verwenden, für die es nur eine einzige Bezugsquelle gibt – und man sich damit langfristig auf eine Geschäftspartnerschaft einlässt, die alternativlos ist? Ich habe jedenfalls das Gefühl, dass wir mehr Zeit auf die nachgelagerten Aufgabenstellungen verwenden als auf unsere eigentliche Forschung und Entwicklung.

Was gefällt Ihnen am meisten an der Arbeit in der Forschung und Entwicklung?

Die Arbeit ist anspruchsvoll, komplex und täglich werde ich vor unzählige Herausforderungen gestellt, die es zu lösen gilt. Anfangs habe ich mich schwergetan und ich beobachte mich selber, wie ich gegen Windmühlen kämpfte, gegen das klassische mathematische Denken in der Forschung. Ein Beweis in der Mathematik ist die fehlerfreie Ableitung der Richtigkeit oder Unrichtigkeit einer mathematischen Aussage aus einer Menge von Axiomen, die als wahr angenommen werden sowie anderen Aussagen, die bereits bewiesen worden sind. Ich habe erkannt, dass unsere Fähigkeit, Probleme zu lösen, durch die vorbehaltlose Akzeptanz solcher Annahmen eingeschränkt wird.

Als selbstständiger Forscher und Ingenieur bin ich keiner akademischen Denkrichtung verpflichtet und kann frei und unabhängig handeln. Ich muss nichts akzeptieren, was als wahr angenommen wird und muss nicht der Weisung einer institutionellen Wissenschaftselite folgen. Ich bin frei, mein Know-how und mein Wissen kreativ einzusetzen; ich lasse mich nicht durch die Projektvorgaben von jemand anderem oder den Ausschreibungsvorgaben eines Forschungsprojekts einschränken, nur um öffentliche Fördergelder zu erhalten. Ich mag die Freiheit, die ich mit NFC habe, „unumstößliche“ Annahmen zu korrigieren und ständig alles in Frage zu stellen, was wir glauben zu wissen. Das ist kein Selbstzweck, sondern die Art und Weise, wie wir Fortschritt schaffen. Wenn ich sehe, wie schnell sich die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Grundlagen von Industrien verändern, dass mit immer neuen politischen und gesellschaftlichen Vorgaben Fortschritt eingefordert wird, der nicht nur neue Technologien, sondern vor allem neues Denken bedarf, um die dringlichen Probleme unserer Zeit zu lösen, dann sehe ich uns: NFC.

Täglich entsteht überall auf der Welt neuer Bedarf für unsere Technologie und ich kann das Ausmaß unseres Wirkungskreises lediglich erahnen. Das ist unglaublich motivierend und gibt uns die nötige Energie, immer wieder eine Extrameile zu machen, um unsere Produkte entsprechend den Anforderungen zu perfektionieren. Wir sind nicht bei der nanoFlowcell® Flusszelle stehen geblieben, sondern versuchen, ein Gesamtverständnis aufzubauen und in Anwendungen zu denken, beispielsweise vor welchen Herausforderungen die individuelle Mobilität steht. Wir haben die Aufgabenstellung also weiter gefasst und so das modernste – und bislang einzige – Niedervolt-Antriebssystem für Elektrofahrzeuge entwickelt, das in unseren Prototypen, dem QUANT 48VOLT und dem QUANTiNO 48VOLT, umgesetzt wurde. Beide Fahrzeuge würde es übrigens nicht geben, wenn ich auf „vermeintlich plausible wissenschaftliche Annahmen“ vertraut hätte.

"In der Wissenschaft ist es wie in der Musik – entweder man geht mit dem Mainstream und ist gefällig, oder man hat den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen."

War es immer schon Ihr Berufswunsch, wissenschaftlich zu arbeiten und neue Technologien zu entwickeln?

Nun, ich habe viele Interessen und Leidenschaften, die Wissenschaft jedoch ist meine Berufung. Als CEO und CTO von NFC bin ich in der glücklichen Lage, meine Interessen und meinen Beruf miteinander zu kombinieren.

Ich mache leidenschaftlich gerne Musik, da Musik Menschen verbindet. Ich liebe schnelle Autos, und zwar so sehr, dass ich als Rennfahrer für eine italienische Premiummarke im professionellen Rennsport aktiv war. Ich erforsche ständig neue Materialien und Technologien, was mich dazu inspirierte, meine Pilotenlizenz zu machen – übrigens die einzige PPL für eine PC-7 Mk II; ich bin fasziniert von mechanischer Perfektion, was vielleicht auch erklärt, warum ich eine Manufaktur für Luxusuhren besitze – mechanisch perfekte Objekte bei denen Kunst und Technik miteinander verschmelzen.

Viele Menschen teilen meine Leidenschaften, doch ich habe auch die Erfahrung machen müssen, dass nicht jeder offen und unvoreingenommen ist, insbesondere was meine Arbeit als Wissenschaftler und Entwickler anbelangt. So ist der Weg der nanoFlowcell® Flusszelle ein sehr steiniger Weg zum Erfolg, der von viel Neid und Missgunst gesäumt ist. Verstehen Sie mich nicht falsch, mir geht es nicht darum, mich zu beweisen, und es ist auch nicht meine Absicht, Innovationen zu schaffen, um anderen zu gefallen. Meine Motivation ist mein Purpose und den beziehe ich nicht aus dem, was andere über mich denken oder sagen, sondern aus dem Wert meiner Arbeit und dem Beitrag, den ich mit nanoFlowcell leistet, damit unsere Welt sich zum Besseren verändert.

Ist das Schild auf Ihrem Schreibtisch Ihr Slogan oder Ihr Selbstverständnis als F&E-Unternehmen?

Sie meinen die Karte, auf der steht: „Little Things Make Big Things Happen“? Nun, das ist weder ein Slogan noch eine Anspielung auf unseren Firmennamen, sondern eine wichtige Erkenntnis, die ich in jahrelanger, aufwendiger Forschungsarbeit gewonnen habe. Immer wenn ich in meiner Datenanalyse auf die unbedeutenden Details und Abweichungen geachtet habe, die jemand anderes vielleicht als Datenfehler interpretiert hätte, habe ich bahnbrechende Resultate und mitunter sogar einen Durchbruch in meiner Forschung erzielt.

Was waren die größten Hindernisse, die Sie bisher überwinden mussten?

Die größten Hindernisse, die wir überwinden müssen, sind wir selber, oder nicht? Es ist doch so, dass ein F&E-Unternehmen, wenn es Fortschritt machen möchte, es sich nicht auf seinen Erfolgen ausruhen darf, sondern sich ständig neu erfinden muss. In unserem Geschäft ist Erfolg der schlimmste Feind des Fortschritts.

Allzu oft hat ein Unternehmen ein wichtiges neues Produkt entwickelt und verbringt Jahre damit, sich zu fragen: Wie können wir es noch ein bisschen besser, noch ein bisschen billiger, noch ein bisschen eleganter machen? Ja, ich spreche hier auch von mir selber und meinem Drang nach Perfektion. Ich hatte bisher aber immer rechtzeitig Einsicht gezeigt, denn ansonsten hätten wir noch mehr Zeit und Energie darauf verwendet, Produktionskosten zu senken und Technologie-USPs zu stärken, um uns vom aufkommenden Wettbewerb noch deutlicher abzusetzen. Am Ende hätten wir aber lediglich ein Produkt, das nur inkrementell, aber nicht grundlegend besser ist.

Wir müssen also aufpassen, dass nicht unsere ganze Innovationskraft auf Marginalitäten fokussiert, um Produkte etwas schneller, etwas besser oder etwas billiger zu machen als die der Konkurrenz. Denn letztendlich wollen wir Produkte, für die es keine Konkurrenz gibt! Dazu müssen wir immer wieder zu grundsätzlicheren Fragen zurückkehren, zum Beispiel ob es nicht ganz andere Mittel und Wege gibt bestimmte Problem zu lösen – sich nicht im Detail verlieren, sondern das große Gesamte im Auge behalten. Worum geht es im Kern? So gelangten wir von einer singulären Technologie wie der Flusszelle zum 48V nanoFlowcell® Niedervolt-Elektroantriebssystem und schließlich zur Konzeption des QUANT 48VOLT.

"Die Herausforderung vieler Analysten und Investoren besteht darin, den immateriellen Wert unserer Innovationen zu quantifizieren. Unsere ist es, diesen zu schützen."

Hatte Ihnen Geld für Ihre Forschungen niemals Sorgen bereitet?

Es wäre unwahr dies zu verneinen. Zu Zeiten der Juno Technology Products AG habe ich Projekte auch ohne große finanzielle Mittel realisiert, meist indem ich meine Technologien mit gleichgesinnten Entwicklern gegen deren Technologien getauscht habe – im Sinne eines Tauschhandels oder Technologie-Poolings. Mein Geschäftsziel war jedoch nicht, Patente zu entwickeln und zu tauschen, sondern von dem, was ich leistete, auch leben zu können.

Es gab schon die ein oder andere Frustration, wenn die Finanzierung einzelner Projekte mal wieder klemmte, doch ich wollte nie öffentliche Forschungsgelder oder Subventionen beantragen, alleine wegen der bereits erwähnten Einschränkungen – ich hätte meine intellektuelle Autonomie verloren. Heute bin ich sehr glücklich darüber, dass ich damals so entschieden hatte, denn heute habe ich Investoren, die ungewöhnliche Ideen und Forschungsansätze respektieren und die sich bewusst sind, dass Innovation geduldiges Kapital braucht. Wir sind in der glücklichen Lage, nicht auf öffentliche Gelder für unsere Forschungsprojekte angewiesen zu sein, sondern haben die finanziellen Mittel, sowohl unsere F&E Projekte, als auch unsere Ausbaupläne ohne zusätzliches Kapital voranzutreiben; was wir definitiv nicht brauchen können sind Investoren mit kurzfristigen ROI-Erwartungen und Druck von der Börse. Wir haben unsere Pläne mit einigen wenigen strategischen Investoren besprochen und haben Zusagen in Milliarden-Höhe erhalten, unter anderem zum Aufbau einer bi-ION-Industrieproduktion. Diese ist Bedingung für die internationale Vermarktung der nanoFlowcell®-Technologie und Voraussetzung dafür, dass wir mit NFC die gewünschte Profitzone erreichen.

Ist Forschung und Entwicklung heute anders als zu Ihrer Anfangszeit 1996? Was hat sich geändert?

Die Grundlagen sind die gleichen geblieben: Der Gestehung einer Innovation geht eine brillante Idee voraus. Dann stellt man fest, ob die brillante Idee funktioniert und ob es sich aus technischer wie auch aus geschäftlicher Sicht lohnt, diese weiterzuverfolgen. Das ist der spaßige Teil und die intellektuell spannendste Phase. Danach beginnt die harte Arbeit: die Umsetzung der brillanten Idee in die Realität. Oder wie ich es nenne: die Knochenarbeit der Innovation. Wir sind von einer Idee begeistert, brauchen dann aber eine Ewigkeit, um aus der Idee ein reales Produkt werden zu lassen … – das im Idealfall industriell gefertigt werden kann. Zum Glück für uns hat sich dahingehend einiges geändert; ich integriere kontinuierlich neue Technologien in unsere Arbeitsabläufe, um F&E-Prozesse effizienter, schneller und zuverlässiger zu gestalten.

Für kleine F&E-Unternehmen wie die NFC wird Wettbewerbsfähigkeit in der Forschung und Entwicklung zu einer Frage der IT-Effizienz und der KI-Fähigkeit. Wir investieren seit über 25 Jahren in hochmoderne digitale Design-, Konstruktions- und Entwicklungsprozesse sowie in hauseigene KI-Kompetenzen. Wir entwickeln und perfektionieren neue digitale Methoden, um bis auf Atom- und Molekular-Ebene zu arbeiten und nutzen KI-generierten Input für die Simulation und Analyse neuer Materialien. Der Vorteil: Unsere hochmoderne KI/VR-Forschungsumgebung und unsere Digital Engineering Fähigkeiten beschleunigen den gesamten Entwicklungsprozess – von der Ideenfindung bis zur Markteinführung. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: Was mich trotz Fortschritt beunruhigt, ist der enorme Aufwand, den wir betreiben müssen, um unsere geistigen Eigentumsrechte und Patente zu schützen, die internationalen Kontrollsysteme und -instanzen jedoch kaum ausreichend Schutz gewährleisten. Wofür wir 25 Jahre intensivster Forschung und Entwicklung brauchten, kann heutzutage mit der entsprechenden Hard- und Software innerhalb von Tagen oder Wochen reverse-engineered werden.

"KI wird uns stärker machen, wenn wir lernen, sie zu unserem Vorteil zu nutzen."

Haben Sie ein Lieblingsprojekt, an dem Sie gearbeitet haben?

Im Laufe der Jahre habe ich an so vielen Projekten gearbeitet und in allen steckt Herzblut. Die Arbeit am QUANT E, einem Projekt, das wir 2014 abgeschlossen haben, war spannend, weil es die erste mobile Anwendung für unsere nanoFlowcell®-Technologie war, mit der wir die Leistung unseres Flusszellen-Systems demonstrieren konnten: Das erste straßenzugelassene Elektrofahrzeug der Welt mit einem nanoFlowcell®-Flusszellenantrieb. Zugegeben, das hat mich Stolz gemacht. QUANTiNO ist dahingehend jedoch mein Favorit, da uns dieses Projekt in so vielerlei Hinsicht gefordert hatte: Niedervolt-Antriebstechnologie nebst neu entwickelten Niedervoltmotoren, die weltweit erste Flusszelle mit variabler Leistungsregelung, und vieles mehr. Wir erreichten als erste und einzige mit einem vollelektrischen Antrieb und non-stop eine Fahrstrecke von über 1.400 Kilometern.

Das derzeit mit Abstand für uns wichtigste Projekt ist zweifellos QUANT-City, unser neues F&E-Center, unter anderem mit integrierter Produktion für die Flusszellenmembran sowie die bi-ION Elektrolytflüssigkeiten. Zumal die Überführung der bi-ION Elektrolytproduktion von Laborniveau auf Industrieniveau die Voraussetzung für den geschäftlichen Erfolg unserer nanoFlowcell®-Technologie und deren Anwendungen ist.

Ein echtes Herzensprojekt ist mein Human-Robotik-Projekt. Es entstand ursprünglich „so nebenher“ salopp ausgedrückt. Da wir ständig neu Methoden zur Integration von KI in unsere Forschungs- und Entwicklungsprozesse testen, wollte ich schauen, wie weit ich gehen kann, um unsere KI-Kompetenz auszureizen. Eine Human-Robotik-Anwendung ist da sicherlich das Nonplusultra. Ich habe unsere gesamte Kompetenz und alle unsere Engineering-Fähigkeiten in diesem einen Projekt zusammengebracht: Flußzellen- und 48-Volt-Technologie, state-of-the-art Materialkenntnisse, neuste Kenntnisse aus der Elektrotechnik und Mechanik, spezifische Programmierfähigkeiten – eine wahnsinnige Herausforderung! Und ja, das ist derzeit mein Lieblingsprojekt (seit einigen Jahren bereits) und sicherlich eines, das die Zukunft der NFC nachhaltig beeinflussen wird.

"Ich habe vor, die Welt zu einem besseren Ort zu machen - schließlich muss ich mich hier noch einige Jahrzehnte aufhalten können, denn der Mars ist keine Option für mich."

Was sind Ihre schönsten Erinnerungen aus den letzten 25 Jahren?

Es gibt so viele unvergessliche und schöne Momente, die mit dem im Zusammenhang stehen, was wir als Unternehmen erreicht haben. Viele lebendige und bleibende Erinnerungen entstanden aus der Zusammenarbeit mit wirklich unglaublichen Menschen. Voller Wertschätzung und Respekt vor unserer gemeinsamen Arbeit konnte ich jeden Tag in den letzten 25 Jahren sagen: Ich freue mich auf morgen – auf eine neue Aufgabe, das nächste Projekt, die nächste Herausforderung, an der wir gemeinsam arbeiten werden!

Lassen Sie uns mit einer ganz klassischen Frage in die Zukunft blicken: Was wünschen Sie sich zu Ihrem Jubiläum?

Ich bin begeistert davon, wie sich unser Unternehmen entwickelt und freue mich darauf, all die spannenden Herausforderungen anzugehen, die noch vor uns liegen. Allen voran QUANT-City, unser neues F&E-Center und internationales Kompetenzzentrum für Flusszellen-Forschung – unser Beitrag für eine beschleunigte und nachhaltige Energiewende. Denn wenn ich online gehe und im Netz sehe, womit sich Menschen beschäftigen, vergehen keine fünf Minuten, ohne dass ich etwas über saubere Energie, nachhaltige Mobilität und Umweltschutz lese. Damit werden wir uns in Zukunft beschäftigen müssen … – und daran arbeiten wir bei NFC schon seit 25 Jahren. Mein Team und ich sind voll sprichwörtlicher Energie. Wir haben herausragendes geleistet und haben noch reichlich Energie für viele weitere Höchstleistungen in diesem Bereich!

Des Weiteren möchte ich als Entwickler der nanoFlowcell® Flusszelle natürlich, dass die Technologie ihr volles Potenzial zur Geltung bringen kann und der nanoFlowcell® die ihr zugedachte Anerkennung zuteil wird: eine einzigartige, kompromisslose und die derzeit fortschrittlichste Energietechnologie, über die wir verfügen.

Ich wünsche mir, dass NFC in Sachen Forschung und Entwicklung Kunden und Partner weiterhin mit starken und innovativen Produkten beeindruckt, dass unsere technischen Innovationen zu einer saubereren und gesünderen Umwelt beitragen und dass wir stets aufmerksam bleiben, dass wirtschaftliche und soziale Verbesserungen nicht Zulasten der Umwelt gehen.